25. März 2009  

Aufruf zum Erhalt der Gesamtschulen

Nachfolgend ein Aufruf der am 25.März - mit einer langen Liste von Unterzeichnern - in der Braunschweiger Lokalpresse als Anzeige erschien. Die Linksfraktion im Rat der Stadt freut sich über diese Initiative und unterstützt die hier erhobenen Forderungen! Siehe hierzu auch die Stellungnahme unserer Landtagsfraktion hier.

Aufruf zum Erhalt der Gesamtschulen in der jetzigen Form  Gesamtschulen erhalten

• Keine Einführung des Turbo-Abiturs (G8) an Gesamtschulen!
• Für Chancengleichheit und den Abbau von Benachteiligungen!
• Für Durchlässigkeit im Schulsystem und langes Offenhalten des Bildungsabschlusses!
• Für eine Schule, die die individuelle Lernentwicklung berücksichtigt!
• Für die Respektierung des Elternwillens!
Die niedersächsische Landesregierung unter Ministerpräsident Wulff (CDU) hat auf der Kabinettssitzung im Februar 2009 viele einschneidende Eingriffe in die niedersächsische Bildungslandschaft angekündigt, von denen verschiedene Schulformen in besonderer Weise betroffen sind. So ist u.a. geplant, ab 2010 auch an Integrierten Gesamtschulen die Schulzeit bis zum Abitur auf acht Jahre zu verkürzen.

Zur Zeit führen niedersächsische Gesamtschulen wie in anderen Bundesländern in neun Jahren zur Hochschulreife. Das umstrittene Turbo-Abitur (G8) hat seit seiner Einführung zu stark gestiegenen Anmeldezahlen an Gesamtschulen in Niedersachsen geführt, obwohl schon vorher nicht genügend Plätze vorhanden waren. Dies zeigt, dass sehr viele Eltern und Kinder die frühe Trennung mit Festlegung des Bildungsganges und das Turbo-Abitur ablehnen.

Sie wollen stattdessen ein möglichst langes gemeinsames Lernen, mehr individuelle Förderung und mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem, was ja auch die OECD in ihren internationalen Leistungsvergleichen für Deutschland wiederholt angemahnt hat. Je durchlässiger ein Schulsystem ist, desto besser gelingt es, die Zahl der Wiederholer, Schulverweigerer und Schulversager zu verringern und höherwertige Abschlüsse zu ermöglichen. Dabei gilt: Vom Bildungserfolg profitiert nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Gesellschaft.

Mit ihren „Reformen“ verschärft die Landesregierung die bereits bestehende soziale Auslese im Bildungssystem noch weiter. Gesamtschulen sollen so gezwungen werden, bereits in der Sekundarstufe I einen gymnasialen Zweig einzurichten, d.h. auch an Gesamtschulen soll eine frühzeitige Auslese und Aufteilung stattfinden. Wir, die Unterzeichner dieses Aufrufs, fordern die niedersächsische Landesregierung zur Rücknahme der von ihr geplanten Verkürzung der Schulzeit an denIntegrierten Gesamtschulen auf acht Jahre bis zum Abitur (G8) auf. Wir erwarten, dass die Landesregierung den Elternwillen berücksichtigt und bestehenden und geplanten Gesamtschulen keine Steine in den Weg legt, sondern sie gemäß Elternwunsch in der bewährten Form als Ganztagsschulen mit möglichst langem gemeinsamen Lernen arbeiten lässt.

Diese Anzeige wurde kurzfristig durch Spenden der Unterzeichner/innen finanziert. (Sollten wir jemanden übersehen haben, so bitten wir hier ausdrücklich um Entschuldigung). Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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