17. September 2014  

Die 6.IGS wird kommen

Die Presse hatte zwar vor der Sitzung des Schulausschusses den Antrag der LINKEN für tot erklärt. Aber dann kam es doch anders.

Dass es den Bedarf für eine weitere sechste integrierte Gesamtschule gibt, ist unstrittig. Wieder wurden Kinder abgewiesen, für das Schuljahr 2014/15 waren es 230, weil es nicht genügend Plätze an den vorhandenen fünf Gesamtschulen gibt. Dennoch tun sich die anderen Parteien schwer, auch die, die immer wieder beteuern, dass sie Befürworter von Gesamtschulen sind. So wurde denn auch im Vorfeld zur Schulausschusssitzung am Freitag, den 12.9.2014, in der Braunschweiger Zeitung getitelt: Linke blitzen ab- 6.IGS kommt später. Tatsächlich versuchte die SPD den Balanceakt zwischen Ablehnung des Antrages, eine 6.IGS zum Schuljahr 2016/17 zu errichten, und der Beteuerung, man sei Vorreiter einer weiteren IGS, hinzubekommen. Da kam ihr der Änderungsantrag der Grünen sehr gelegen. Mit diesem Antrag, der außer von der CDU, am Ende dann von allen unterstützt wurde, auch von der LINKEN, schreibt zumindest fest, dass in der Schulentwicklungsplanung die Einrichtung einer sechsten IGS vorgesehen und entsprechend verfolgt werden soll. Den im Antrag geforderten Dialogprozess mit allen wesentlich Beteiligten soll die Schulverwaltung bis zum Sommer 2015 beendet haben, damit dann Ende 2015 erforderliche Grundsatzbeschlüsse gefasst werden können. Das bedeutet zwar, dass mit dem von der LINKEN anvisierten Schuljahr die 6.IGS nicht kommen wird, aber zumindest ist jetzt ein zeitlicher Rahmen abgegrenzt. Damit war die LINKE mit ihrem Antrag letztlich erfolgreich.

Die Gegner, angeführt vom Ratsvorsitzenden Grziwa, geben noch nicht auf. Sie holen die Gymnasien ins Boot, die durch eine weitere IGS angeblich gefährdet seien, obwohl bisher kein Standort genannt wurde. Und sie berufen sich auch auf den Oberbürgermeister Markurth, der befürchtet, die gewollte Mischung von leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern sei nicht mehr gewährleistet, was aber nicht zutreffend ist, denn die Zahlen sagen etwas anderes: 41 der abgewiesenen Schüler haben gute bis sehr gute Noten in den Kernfächern, somit wäre bei einer kleineren Gesamtschule sehr wohl die gewollte Mischung (2/3 – 1/3) erreicht. Zu hoffen ist, dass die SPD bei dem Beschluss des Schulausschusses bleibt und sich jetzt nicht durch falsche Argumente irre machen lässt. (Gisela Ohnesorge)

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