21. März 2007  

114: Neues von der Kita am Kruseweg

Die Parteien im Rat der Stadt sind sich einig. Für Braunschweigs junge Familien muss mehr getan werden. Wenn es konkret wird, ist das Handeln der Stadtverwaltung dürftig, zum Beispiel auch im Neubaugebiet Volkmarode-Nord.

Im Bebauungsplan für das große Neubaugebiet hat die Bauverwaltung direkt am Kruseweg neben dem Feuerwehrhaus den Neubau einer (weiteren) Kita für Volkmarode vorgesehen. Denn es sind insbesondere junge Familien, die sich in Neubaugebieten ansiedeln und die neuen kleinen Einwohner müssen zusätzlich versorgt werden: Erst in der Krippe, dann im Kindergarten, später vielleicht auch im Hort.

Weil das so ist, bereitet der Fachbereich Kinder und Jugend für Neubaugebiete häufig zügig den Bau neuer oder die Erweiterung bestehender Kitas vor. So ist dies in Querum (Baugebiet Im Holzmoor) und auch in Broitzem (Steinberg) geschehen. Dort entstehen bereits neue Kita-Gruppen.

In Volkmarode-Nord jedoch soll die ursprünglich geplante, nötige neue Kita nicht gebaut werden. Und dies, obwohl der Neubau der Kita im Verkaufsprospekt der Stadt für das Neubaugebiet weiterhin vollmundig angekündigt wird!

Nachdem die Stadtverwaltung auf die Einwohneranfrage zur geplanten Kita am Kruseweg in der Sitzung im November 2006 erklärt hatte, die zusätzliche Kita sei derzeit nicht erforderlich, hat DIE LINKE. im Rat der Stadt nachgehakt.

Zuletzt im Kindertagesstätten-Entwicklungsplan (KEP 2006) sind dem Jugendhilfeausschuss und dem Rat der Stadt in ihren Dezembersitzungen Zahlen zur Bedarfsberechnung der Stadtverwaltung zur Kenntnis gegeben worden. Werden die Zahlen im KEP 2006 kritisch hinterfragt, so fällt auf, dass auf das Entstehen von Neubaugebieten unterschiedlich reagiert wird:

  • Nach Elternprotesten sind im Baugebiet Lammer Busch-West für die Kinder in knapp über 500 neue Wohneinheiten bereits 2 Kita-Gruppen eingerichtet worden. Sobald im Baugebiet Lammer Busch-Ost weitere 300 Wohneinheiten entstanden sind, werden weitere 2 Kita-Gruppen eingerichtet.
  • Im östlichen Ringgebiet sind für das Baugebiet Am Giersberg bei 210 neuen Wohneinheiten eine neue Krippengruppe sowie eine neue Kita-Gruppe eingerichtet worden.
  • Für Broitzem ist für 153 neue Wohneinheiten eine weitere kleine Kita-Gruppe eingerichtet worden.
  • Und für Gliesmarode ist für 182 Wohneinheiten im Baugebiet Im Holzmoor ebenfalls eine weitere kleine Kita-Gruppe eingerichtet worden.

Im zweitgrößten im Bau befindlichen Baugebiet Braunschweigs, in Volkmarode-Nord mit über neuen 330 Wohneinheiten wird aber bisher keine Erweiterung der Kinderbetreuung umgesetzt.

Während auf die erste Nachfrage der LINKEN zunächst geantwortet wurde, es gäbe keine zusätzlich zu betreuenden Kinder, beginnt die Stadtverwaltung nun zu taktieren. Einerseits soll das Versprechen, die geplante Kita am Kruseweg zu bauen, gebrochen werden. Begründet wird dies nicht. Andererseits soll nun auf Antrag der CDU im Stadtbezirksrat die bestehende Kindertagesstätte am Feuerteich erweitert werden, damit dort eine weitere Kita-Gruppe untergebracht werden kann.

Ob die Kinder dort nach einer Erweiterung um eine weitere Gruppe genug Freifläche zum Spielen und Lernen auch im Grünen hätten, ist zweifelhaft.

Die LINKE. Volkmarode lehnt den Verzicht auf den bisher geplanten Kita-Neubau ab.

Die Kita am Kruseweg ist den KäuferInnen im Neubaugebiet versprochen worden.
Es fehlen ausweislich der Zahlen der Stadtverwaltung 41 Kita-Plätze in Volkmarode.
Es fehlen zusätzlich auch Krippenplätze für die Kinder zwischen 1 bis 3 Jahren in Volkmarode.
Die Schulkindbetreuung in Volkmarode ist trotz erster kleiner Schritte in die richtige Richtung weiterhin unzureichend.

Kurzum: Die jetzt von der CDU vorgeschlagene Erweiterung der bestehenden Kita der ev. Kirche um eine Gruppe für 20 bis 25 Kinder ist unzureichend.

Die LINKE. Volkmarode fordert ein Gesamtkonzept für eine bessere wohnortnahe Kinderbetreuung in Volkmarode, das mit den betroffenen Eltern gemeinsam und nicht über deren Köpfe hinweg erstellt werden sollte.

Die Kinder in Volkmarode brauchen eine größere, moderne Kita am Kruseweg und zusätzlich Krippenplätze, zum Beispiel in der derzeit bestehenden, zu kleinen Kita am Feuerteich.

Eine Kita-Gruppe mehr ist zu wenig!