05. November 2007  

310: Bezirksrat auf dem Milleniumsberg

ImageÜber das Millenium wurde hier schon berichtet. Hochkarätige Kulturstätte oder hochgradiges Ärgernis war die Frage. Die Antwort der Verwaltung hat die Bezirksratsmitglieder in heillose Verwirrung gestürzt. Deshalb wollte man sich ein eigenes Bild von dem Gelände machen - am 30. Oktober wurde deshalb eine Begehung mit dem Besitzer, Herrn Lindemann, vereinbart.

Herr Lindemann begrüßte die Vertreter von CDU-, SPD- und Linksfraktion in der großen halbrunden Halle und stellte auch den Architekten der Anlage vor. Zunächst ging es mit zwei geländegängigen PKWs über aufgeweichte Wege mit wassergefüllten Schlaglöchern aufwärts. Der Blick auf Braunschweig aus der Höhe war zweifellos atemberaubend.

Die vielen Kirchen und Gebäude Braunschweigs sowie Parkanlagen. bzw. die Sportanlage von Rot Weiß gaben ein wunderschönes Bild ab. Doch der Charakter eines Schuttberges unter den Füßen war nicht wegzudiskutieren. Herr Lindemann erläuterte, dass die Aufschüttung der Renaturierung des Gebietes diene. Nach der Stilllegung der Ziegelei sei die Tongrube von der Stadt Braunschweig mit Hausmüll verfüllt worden, habe also als Mülldeponie gedient. Um heute eine Verunreinigung des Grundwassers zu verhindern, werde der Berg über der Deponie so aufgeschüttet, dass das Regenwasser an den Rändern jenseits der Grube im Boden versickere und somit keine Schadstoffe ins Grundwasser gelangen könnten.

Wieder auf dem ebenerdigen Gelände angekommen, zeigte Herr Lindemann die vorgeformte Anlage des geplanten Amphitheaters. Hier war allerdings die Fantasie der Bezirksratsmitglieder gefordert, da außer dem Halbrund des Schuttberges doch nicht viel zu erkennen war.
So ist die geplante Halle samt Dach noch nicht zur Genehmigung eingereicht, geschweige denn genehmigt. Herr Lindemann erläuterte aber auf konkrete Nachfrage, dass Ende diesen Jahres mit den Aufschüttungen Schluss sei, da der Berg dann seine maximale Höhe von 35 Metern  über dem Madamenweg erreicht habe. Vielleicht ist das ein Trost für die geplagten Anlieger. Denn dann müsste der Berg mit dem Frühjahr 2008 endlich insgesamt begrünt werden und wenigstens die leidige Staubentwicklung wäre erst einmal beendet.
Wie es allerdings mit dem Ausbau der Halle, dem geplanten variablen Dach und dem Skulpturenpark weitergeht, ist im Augenblick nicht recht absehbar.
(Gisela Ohnesorge)