02. September 2009  

310: Der neugestaltete Frankfurter Platz

Seit September 2008 hat er seinen Namen, den er inoffiziell auch schon hatte, als er noch nicht als Platz so recht erkennbar war. Nun ist er mit Namen versehen und auch seine Platzgestalt ist unverkennbar. Aber wie wird er angenommen? Erfüllt er den Zweck, der ihm zugedacht war, nämlich Begegnungs- und Kommunikationsraum für die Bewohnerschaft des Viertels zu sein? Jetzt fast ein Jahr später, kann man diese Fragen nur mit Nein beantworten.

Morgens, wenn alle nächtlich widerrechtlich auf ihm parkenden Autos das Weite gesucht haben, bildet er in seiner unmöblierten Weite eine wunderbare Schnellfahrstrecke für Rad-, Moped- und Autofahrer. Die Passanten halten sich in der Regel nur an den Rändern auf, es sei denn, sie müssen den Platz queren. Dann ist aber Vorsicht geboten, denn trotz Beschilderung als Wohn-/Spielstraße- recht gut versteckt an den Rändern der Seitenstraßen- gilt das Recht des Stärkeren. Erst gegen Abend belebt er sich dann auch in seiner Mitte wieder. Alle nächtlich parkenden Autos kehren zurück und finden hier einen Platz auf dem Platz. Wer die Verhältnisse im westlichen Ringgebiet kennt, weiß auch, dass der Umgang mit den Knöllchen austeilenden Politessen nicht immer der feinste ist.

Dies alles wurde im Bezirksrat  aufgegriffen, der sich in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zu einem Ortstermin auf dem Frankfurter Platz verabredete.  Am Donnerstag, dem 6.8., fand dann dieser Ortstermin statt und die Bezirksratsmitglieder konnten sich von den Zuständen auf dem Platz selbst überzeugen. Da früher Nachmittag war, präsentierte sich der Platz in seiner ganzen Weite als wunderbare Schnellfahrstrecke, gegen Ende des Termins stellte sich dann auch das erste Auto ein, das mitten auf dem Platz seinen Parkplatz fand. Was tun? Weiter Knöllchen verteilen, ganz sicher. Aber darüber hinaus verständigte sich der Bezirksrat, dass von Seiten der Verwaltung Vorschläge erfolgen sollen, wie durch zusätzliche Möblierung des Platzes der Raum zur Nutzung durch motorisierte Mitbürger eingeengt werden kann. Angedacht wurden dabei der sowieso geplante Brunnen, zusätzliche Spielgeräte sowie der ein oder andere Baum. Nun warten alle gespannt auf die Vorschläge, damit der langersehnte Frankfurter Platz dann auch zu einem wirklichen Begegnungs- und Kommunikationsraum werden kann.

Gisela Ohnesorge, DIE LINKE (zitiert aus der NEUEN WESTPOST)